Kinderfilme im Wandel der Zeit
Die Geschichte des Kinderfilms
Zwischen 1900 und 1920 entstanden in Deutschland die ersten Kinderfilme. Bereits noch in der Stummfilmzeit lockten diese immer mehr Kinder und Jugendliche in die Kinos, damals neben Büchern das einzige zugängliche Medium für diese Altersklasse.
Diese Tatsache versuchten bald auch Lehrer und Politiker, es wurden immer mehr Filme produziert, die nicht nur der reinen Unterhaltung dienten, sondern eine pädagogische Intention hatte, indem sie Kinder dazu bringen sollten, moralische Werte zu verinnerlichen.
Diese manipulativen Möglichkeiten machten sich später auch die Nationalsozialisten in ihren zahlreichen Propagandafilmen zu Nutze.
Besonders bedenklich: Es gab keinerlei Altersbeschränkungen, auch ganz junge Kinder wurden mit politischen und ideologischen Inhalten konfrontiert.
In den 50er Jahren nahm die Kinderfilmproduktion immer weiter zu und steuerte gegen Ende des Jahrzehnts auf ihren Höhepunkt zu. Zahlreiche Filme, die heute als Klassiker des Kinderfilms gelten entstanden in dieser Zeit, beispielsweise viele Märchen oder die Erich Kästner-Verfilmung “Pünktchen und Anton”. Allein im Jahr 1955 entstanden 11 Kinderfilme, welche einen Anteil von fast 10 Prozent an der Gesamtzahl der Produktionen hatte.
Seit dieser Zeit werden Kinder als Zielgruppe immer wichtiger, ein Trend, der sich später auch im Fernsehen fortsetzt.
Traditionelle und immer wieder beliebte Kinderfilme.
Einige Kinderfilme, vorwiegend Zeichentrickfilme, sind seit Jahrzehnten beliebt und gehören schon beinahe traditionell zum Pflichtprogramm für Heranwachsende.
Diese Filme, beispielsweise “Das Dschungelbuch” oder “Heidi” hat bereits die Elterngeneration nachhaltig geprägt und ist mit positiven Kindheitserinnerungen verbunden, als Fernsehen und Kino für Kinder noch etwas Besonderes war. Aus diesem Grund gelten diese Filme bei heutigen Eltern nahezu automatisch als pädagogisch wertvoll, ohne dass es je eine bewusste Reflektion über Qualität und Inhalt dieser Filme gegeben hätte. Sie sind einfach zu einem nostalgischen Stück Kindheitskultur geworden, welches an die eigenen Kinder weitergegeben werden soll.
Moderne Kinderfilmkultur
Seit einigen Jahren setzt sich im Bereich des Kinderfilms ein neuer Trend durch.
Immer mehr Filme im Animationsbereich werden nicht allein für Kinder, sondern gleichermaßen für Erwachsene Zuschauer produziert. Die Handlung dieser Filme ist für jüngere Zuschauer verständlich, die Dialoge sprechen durch gezielten Wortwitz, zahlreiche Anspielungen und treffende Situationskomik eher Erwachsene an.
Die Zielgruppe dieser modernen Kinderfilme, zu denen die Ice Age Filme oder Shrek gehören, ist eine erheblich größere. Familienfilme lassen sich leichter vermarkten und sind dementsprechend kommerziell oft sehr erfolgreich.
Oktober 29, 2011
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